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Ausrüstung für die Bodenarbeit

Für ein optimales Bodenarbeits-Training empfiehlt sich auch ein optimales Equipment, um eine optimale Kommunikation mit dem Pferd zu erzielen.

Folgende Ausrüstungsgegenstände sind für die Bodenarbeit wichtig:

  • Knotenhalfter
  • Bodenarbeitsseil
  • Kommunikationsstock

Bei Ausrüstung für die Bodenarbeit sollte man wirklich auf hochwertige Qualität achten. Knotenhalfter gibt es aus den unterschiedlichsten Materialien wie z.B. Baumwolle, Nylon, Polypropylen oder Polyester. Baumwoll-Knotenhalfter haben den Nachteil, daß diese sehr schnell sehr stark ausleiern. Knotenhalfter aus Nylon oder Polypropylen sind meist sehr steif. Die besten Erfahrungen habe ich mit einem Knotenhalfter aus Polyester gemacht. Das Material ist anschmiegsam und hinterlässt bei richtigem Umgang auch keine unangenehmen Druckstellen auf der Pferdenase. Der Durchmesser des Seiles aus dem das Knotenhalfter geknotet ist sollte 8 mm betragen. Knotenhalfter aus dünnerem Seil wirken schärfer. Ein 8 mm Seil hat sich in der Bodenarbeit bewährt. Knotenhalfter können Sie fertig geknotet in hierfür spezialisierten Reitsport Online-Shops kaufen oder auch selber machen. Die fertigen Knotenhalfter gibt es meist in den gängigen Größen Pony, Vollblut, Warmblut, Kaltblut etc. Es gibt auch einige wenige Online-Shops, die Knotenhalfter auf Maß knüpfen. Sie können das Knotenhalfter für Ihr Pferd aber auch selbst knüpfen. Dies ist nicht sooo schwer. Im Internet gibt es hierfür Knüpfanleitungen. Wenn Sie das Knotenhalfter selbst knoten, können Sie die Größe natürlich vor Ort am besten individuell auf die Kopfform Ihres Pferdes anpassen, sodaß es absolut perfekt sitzt. Es bedarf zwar einiger Übung, aber wer einmal ein selbstgemachtes Knotenhalfter benutzt hat, wird den Vorteil zu schätzen wissen. Das Rohmaterial, sprich Seil erhalten Sie bei speziellen Seilereien aus dem Segelbedarf. Dort finden Sie meist eine reichhaltige Auswahl an Seilen.

Das Bodenarbeitsseil sollte eine Länge von ca. 3,70 m haben und das Seil einen Durchmesser von 10 -16 mm. Mit dieser Länge kommt man bei der Bodenarbeit am besten zurecht. Die Dicke des Bodenarbeitseiles ist etwas Geschmackssache. Auf jeden Fall sollte es gut in der Hand liegen und ein präzises Schwingungsverhalten mitbringen. Dies wird bei hochwertigen Bodenarbeitsseilen mit einem optimalen Innenleben (dies nennt man bei Seilen: Leben) erzielt. Je optimaler und präziser das Schwingungsverhalten des Seiles, umso besser kommen die Informationen bei Ihrem Pferd an und umso leichter können Sie Ihr Pferd sensibel auf Ihre Hilfen einstellen.

Einen Kommunikationsstock, auch Kontaktstock genannt, benötigen Sie zu Guter letzt auch noch.

 

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Bodenarbeit für Pferde

Ein verantwortungsbewusster Pferdebesitzer und Reiter sollte über ein hohes Mass an Einfühlungsvermögen verfügen. Ein einfühlsamer Reiter erkennt täglich die psychische und physische Form seines Pferdes. Wichtig für eine optimale Zusammenarbeit sowohl beim Reiten als auch im täglichen Umgang ist die “feine Antenne” zwischen Pferd und Reiter.

Pferde sind sehr sensible Tiere. Mit Gewalt oder Zwang erreicht man bei Ihnen nichts. Druck erzeugt meist nur Gegendruck oder Unwillen. Prinzipiell möchte das Pferd ja alles richtig machen. Der Reiter muß spüren, woran es liegt, wenn ein Pferd beim Reiten oder in einer anderen Situation unwillig wird. Liegen Mißverständnisse in der Pferde-Mensch Kommunikation vor? Hier muß der Mensch immer zuerst den Fehler bei sich suchen. Dies zeichnet einen verantwortungsbewussten und einfühlsamen Reiter aus. Das Pferd spricht seine Sprache und der Mensch spricht seine Sprache. Es muss versucht werden eine gemeinsame Sprachebene zu finden. Dies verfeinert die Kommunikation zwischen Mensch und Tier sowohl beim täglichen Umgang als auch beim Reiten.

Genau an diesem Punkt setzt die Bodenarbeit für Pferde an. Mit Hilfe der Pferde Bodenarbeit wird die Kommunikation zwischen Pferd und Reiter zuerst vom Boden aus gestartet. Wenn man einem Pferd etwas beibringen möchte, kann man es ihm nicht wie bei einem Menschen mit Worten erklären was man von ihm möchte. Pferde benutzen untereinander eine Zeichensprache. Mit Hilfe der Bodenarbeit suchen wir eine Zeichensprache mittels derer wir uns mit unseren Pferden “unterhalten” können. Wir geben die entsprechenden Zeichen vor und erwarten dann auf das entsprechenden Zeichen von unserem Pferd die gewünschte Reaktion. Damit das Pferd diese Zeichensprache lernen kann müssen die Zeichen immer sehr deutlich und immer nach dem gleichen Schema gegeben werden. Das ist für einen schnellen Fortschritt beim Erlerenen der neuen Pferd-Mensch-Sprache besonders wichtig. Das Pferd ist ein Gewohnheitstier. Bei der Bodenarbeit ist also der Mensch besonders gefordert. Präzise gleichbleibende Technik in Kombination mit Konzentration auf das Pferd ist der wesentliche Punkt für einen schnellen Fortschritt bei der Bodenarbeit. Mit anderen Worten eine Lektion aus der Bodenarbeit sollte immer nach dem gleichen Schema wiederholt werden, nur so kann die Zeichensprache beim Pferd manifestiert werden.

Warm-up und Cool-down

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