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Weidemanagement im Sommer

haflinger-462510_640Endlich ist sie da die schöne Zeit für unsere Pferde!!! Saftige Wiesen laden dazu ein, unsere Vierbeiner den ganzen Tag auf die Weide zu stellen. Damit unsere Pferde möglichst den ganzem Sommer was von der Koppel haben, gibt es einige wichtige Punkte für gelungenes Weidemanagment zu beachten.

Dazu gehört in erster Linie die Koppel regelmäßig abzumisten. Auch bei größeren Koppelflächen ist es wichtig die Pferdeäpfel abzusammeln, da sonst sehr schnell Gailstellen entstehen, die auch im nächsten Jahr von den Pferden nicht abgefressen werden. Solche Gailstellen breiten sich durch Unkrautwuchs sehr schnell aus. Unkraut (Hahnenfuß, Brennesseln, Sauerampfer usw.) sollten VOR der Blüte ausgestochen, oder wenigstens abgemäht werden, da sie sich sonst wahnsinnig schnell ausbreiten. Nach dem Ausstechen bitte unbedingt die Löcher begradigen. Die Koppel ist anschließend gleich wieder nutzbar. Beim Ausmähen kann die Koppel, wenn das gemähte Unkraut entfernt ist, auch gleich wieder benutzt werden. Anders ist es wenn man zur „chemischen Keule“ greift. Dies ist zwar die wirksamste Möglichkeit, dem Unkraut Herr zu werden, allerdings ist dann die Nutzung der Weide erst einmal nicht möglich. Es sollte auf jeden Fall die Wartezeit des Herstellers des Unkrautmittels eingehalten werden. Da die „Chemiekeule“ nicht nur das Unkraut, sondern alles andere auch vernichtet, ist auf jeden Fall eine Nachsaat mit Pferdeweidegras erforderlich. Auch die Nachssat darf mindesten 4 Wochen nicht genutzt werden.

Regelmäßiges Kontrollieren des Weidezauns auf Schäden, oder Bewuchs bei E-Zäunen sollte auch selbstverständlich sein.

Frisches Wasser sollte für die Pferde immer zugänglich sein. Bitte die Wasserbottiche auf evtl. hineingefallene Kleintiere täglich kontrollieren. Falls kein Sonnenschutz durch Bäume oder Weidehütten besteht, sollten  die Pferde im Hochsommer mittags evtl. in den Stall gebracht werden.IMG-20140525-WA0000

Falls die Weide gemulcht oder gemäht wird, sollte man beachten, dass das frisch nachgewachsene Gras sehr eiweißhaltig (vergleichbar mit dem frischen Frühjahrsgras) ist, und man mit Hufrehe gefährdeten Pferden vorsichtig auf solchen Weiden agieren muss.

Abgetretene Hufeisen müssen aufgrund der Verletzungsgefahr durch oft noch vorhanden Nägel gesucht werden. Maulwurfhügel oder Wühlmauslöcher sollten begradigt werden. Länger andauernder Regen über mehrere Tage weicht oft den Boden stark auf, und ein flotter Galopp über die Koppel kann dann schadhaft für die Grasnabe sein. Wenn man diese kleinen, und einfach umsetzbaren Regeln einhält, hat man lange Zeit Freude an einer gepflegten und ordentlich aussehenden Koppel.

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Jetzt schon an die Koppelzeit denken

Bald ist es wieder soweit!! Die Koppelzeit beginnt :-))

Aber so einfach  heute Paddock – morgen Graskoppel  ist es leider nicht…

Schon jetzt können wir allerdings etwas für unsere Koppel tun, damit dann im Frühjahr die Koppelsaison reibungslos beginnen kann. Man sollte damit beginnen, die Einzäunung zu kontrollieren, Elektrobänder nachziehen, evtl erneuern. Holzeinzäunung wieder ordentlich befestigen, überstehende Nägel bzw Schrauben entfernen. Wichtig bei Strombändern ist vor allem den Bewuchs an den unteren Bändern entfernen. Lässt sich jetzt problemlos machen, da alles vertrocknet und verdörrt ist. Morsche oder abgebrochene Holzpfosten austauschen sobald der Boden nicht mehr gefroren ist. T-pfosten kann man bei leicht angefrorenem Boden problemlos mit der Pfostenramme setzen.

Koppeln die im Winter sehr stark von Maulwürfen und Wühlmäusen heimgesucht wurden bitte auf Löcher kontrollieren und gegebenenfalls abziehen lassen oder per Hand einebnen (mit Schaufel und Rechen… das spart das Fitness Studio ;-p ).

Evtl. nötige Nachsaat erst ausbringen, wenn es nachts keinen Bodenfrost mehr gibt. Eine Nachsaat braucht mindestens 4 Wochen um ordentlich auszukeimen. Bitte zur Nachsaat spezielle Pferdeweidesamen besorgen (im Internet oder beim Agrarhändler erhältlich) nicht im Baumarkt den „strapazierfähigen Spielplatzrasen“…

Wenn es dann soweit ist und die Pferdekoppel abgetrocknet ist, sollten die Pferde vor dem ersten Koppelgang schon langsam an die Futterumstellung Heu – frisches Gras gewohnt sein. Man fängt meist mit 5 Minuten grasen an der Hand an uns steigert das täglich um 5-10 Minuten. Ganz wichtig ist, dass die Heuration in der ersten Zeit NICHT verringert wird. Leider ist es in den meisten Pensionsställen Gang und Gebe, dass mit dem ersten Grashalm am Heu gespart wird, weil „die sind ja jetzt auf Graskoppel“… Da sind dann leider Koliken vorprogrammiert. Auch bei Rehe-, Cushing-, PSSM- und sonstigen stoffwechselerkrankten Pferden muss darauf geachtet werden, dass langsam und sorgfältig umgestellt wird. Auch im Frühling, nach kalten Nächten, kann durchaus nochmal Bodenfrost entstehen.

ACHTUNG  das angefrorene Gras ist extrem eiweißhaltig, und extrem kurze Grashalme sind auch sehr energiereich.

Ab ca. 1  1/2 Stunden Grasen kann man die zeitlichen Schritte erhöhen ( 20-30 Minuten Abstände). Bitte trotzdem lieber einen Tag länger Zeit lassen als in der Gewöhnungsphase einen Rückschritt wegen Kolik. Dann fängt man nämlich wieder bei Null an.

Die Heuration bitte erst  nach ca. 2- 3 Wochen Gewöhnungsphase verringern.

Während der Koppelzeit ist es sehr wichtig, dass die Koppel regelmäßig abgemistet wird. Koppeln die generell gepflegt werden, sind gleichmäßiger abgefressen, ein Wurmbefall der Pferde wird in Grenzen gehalten und sie sehen einfach schöner aus.

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